Hubertus-Schwartz-Berufskolleg zu Besuch im Autohaus Göttgens

Am Mittwoch, 20. Mai 2026 besuchten neun Lehrerinnen und Lehrer des Bildungsgangs Automobilkaufmann/-frau vom Hubertus-Schwartz-Berufskolleg das Autohaus Göttgens in Soest.

Ziel der Exkursion war es einerseits, nähere Einblicke in die Fachpraxis und damit in die Abläufe eines Autohandels- und Servicebetriebs zu gewinnen, um die theoretischen Lerninhalte der Berufsschule noch eingehender mit der unternehmerischen Praxis verknüpfen zu können. Andererseits lag es den Beteiligten am Herzen, auch die kooperativen Beziehungen zwischen den Ausbildungspartnern im Dualen System zu stärken, die Zusammenarbeit zwischen den Lernorten Berufsschule und Betrieb weiter zu intensivieren sowie die Kommunikation zu aktuellen Ausbildungsinhalten durch einen partnerschaftlichen Austausch zu vertiefen.

Nach der offiziellen Begrüßung durch den Geschäftsführer Herrn Benjamin Göttgens und der Personalleiterin Frau Giuliana Gellrich wurde den Anwesenden zunächst das Unternehmen und damit auch die Historie des Familienbetriebs vorgestellt. Ebenso wurden das Marken- und Leistungsportfolio erläutert sowie die Mitarbeiterstruktur und die Unternehmensentwicklung aufgezeigt. Das Autohaus Göttgens ist ein traditionsreiches und modernes Unternehmen, das seit 1970 über drei Familiengenerationen stetig expandiert hat.

 

Neben verschiedenen Automarken, die es im Neu- und Gebrauchtwagenhandel vertreibt, bietet der Betrieb umfassende Werkstatt- und Servicedienstleistungen an und wickelt auch Leasinggeschäfte ab. Aktuell beschäftigt das Unternehmen 85 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und bildet selbst erfolgreich im dualen System kaufmännisch und gewerblich aus. Das Autohaus Göttgens stellt jedes Jahr ein bis zwei Auszubildende für den Ausbildungsberuf des Automobilkaufmanns/ der Automobilkauffrau ein, die am Hubertus-Schwartz-Berufskolleg zur Berufsschule gehen.

Der Rundgang mit Herrn Göttgens führte die Lehrerinnen und Lehrer in die zentralen Bereiche des Autohauses wie Serviceannahme, Disposition/ Kundenauftragsmanagement, Debitoren-buchhaltung, Teile und Zubehörlager, Werkstätten und Marketing/ Absatz. Dabei beeindruckte insbesondere die reibungslose Abstimmung zwischen diesen Bereichen, die durch ein sehr hohes Maß an digitaler Arbeitsweise erzielt wird und kurze Durchlaufzeiten ermöglicht.

So konnten die Lehrerinnen und Lehrer sehr praxisnah z. B. die innerbetrieblichen Abläufe vom initialen Kundenkontakt und der Angebotserstellung über die Leistungserbringung bis zur Rechnungsstellung einerseits, sowie andererseits auch von der Serviceannahme, Erstellung von Aufträgen, der Terminierung und Abstimmung der Werkstattkapazitäten, der Auftragszuweisung der Werkstatt, der Durchführung bis zur Endkontrolle und Dokumentation nachvollziehbar erfahren.

Die Debitorenbuchhaltung ist dabei stets als Schnittstelle zu allen Bereichen des Autohauses zu sehen, da hier zeitnahe Buchungen für eine permanente Auswertung der Betriebs- und Unternehmensergebnisse erfolgen. Weitere Informationen erhielten die Ausbildungslehrerinnen und -lehrer über das Onlinekundengeschäft (Leads), insbesondere über die Verzahnung von Online-Leads mit dem stationären Verkauf sowie der Messung von Bearbeitungszeiten.

Während des gesamten Rundgangs wurden Fragen der Lehrkräfte aufgegriffen und praxisnah beantwortet. Insgesamt bot die Besichtigung den Lehrkräften des Hubertus-Schwartz-Berufskollegs interessante Einblicke in reale betriebliche Abläufe eines Autohauses und verdeutlichte die Bedeutung strukturierter Prozesse von der Kundenanfrage bis zur Zahlung bzw. Buchung.

Die enge Kooperation mit dem Autohaus Göttgens – mit jährlich ein bis zwei Auszubildenden am Berufskolleg – stärkt die Verzahnung zwischen schulischer Theorie und betrieblicher Praxis. Der offene Dialog zwischen den Ausbildungspartnern Betrieb und Schule im Dualen System, die anschauliche Prozessdarstellung und die Bereitschaft, Fragen unmittelbar zu klären, trugen zu einem umfassenden Verständnis moderner Arbeits- und Ausbildungsrealität im Autohaus bei. Der Austausch zeigte insbesondere auch, dass Themen wie Digitalisierung, Onlinevertrieb und E-Mobilität sowohl im Lehrplan als auch im Alltag des Autohauses eine Schlüsselrolle einnehmen und damit Auswirkungen auf Ausbildung und Arbeitsprozesse haben.

 


Text: VRA - Foto: P. Dahm / Soester Anzeiger