Polenaustausch 2026 in Stegna und Danzig: 10 Jahre Partnerschaft mit dem Liceum Sztuk Plastycznych w Rypinie

Im April war es wieder so weit: Schülerinnen und Schüler des Hubertus-Schwartz-Berufskollegs Soest reisten zum Polenaustausch nach Stegna an der Ostsee. In diesem Jahr war es etwas ganz Besonderes – wir feierten das zehnjährige Jubiläum unserer Partnerschaft mit dem Liceum Sztuk Plastycznych w Rypinie. Ein großes Dankeschön gleich vorweg: Der Austausch wurde zum wiederholten Mal gefördert durch das Deutsch-Polnische Jugendwerk (DPJW). Die Stimmung war großartig: viel gemeinsames Lernen, viele Gespräche – und ganz viel gemeinsame Zeit.

Danzig entdecken: Geschichte, Stadt und Teamgeist
Museumsbesuch mit Gänsehaut: Im Museum des Zweiten Weltkriegs in Danzig wurde Geschichte sehr greifbar. Besonders eindrucksvoll waren die Nachbauten eines Klassenraums, einer Wohnung und eines ganzen Straßenzugs aus der Zeit des Krieges. Wir konnten so in die Geschichte eintauchen. Die außergewöhnliche Architektur des Museums – oft beschrieben als „das Böse unter der Erde“ – unterstützt diese Wirkung: Ein Teil der Ausstellung liegt unterirdisch, als würde die dunkle Vergangenheit unter der Oberfläche weiterwirken. Das regte uns zu vielen Gesprächen über Erinnerungskultur an: Wie erinnern wir, warum erinnern wir, und was bedeutet das für unser Handeln heute?
Altstadt-Quiz in gemischten Teams: Danzig lernten wir nicht nur im Museum kennen. Bei einem Gruppenquiz in der Altstadt waren deutsch-polnische Teams unterwegs. So wurde Geschichte buchstäblich erlaufen: historische Tore, der Markt, die Marienkirche – und immer wieder kleine Aufgaben, die nur gemeinsam zu lösen waren. Nebenbei entstanden viele neue Bekanntschaften.

Stegna: Natur, Meer und Kreativität
Ostsee und Weichselmündung: Stegna zeigte sich von seiner schönsten Seite. Die Dünen, der weite Strand und die Nähe zur Weichselmündung machten deutlich, wie eng Natur und die Geschichte der Region zusammenhängen. Spaziergänge und kleine Exkursionen gaben Raum für Gespräche – und für Fotos, Skizzen und Notizen.

Kreativzeiten: Wir hatten bewusst viel Zeit für eigene Projekte. Es wurde Portrait gezeichnet, in Skizzenbüchern gearbeitet und an alternativen Tätigkeitsberichten gebastelt – zum Beispiel in Posterform. So konnten wir unsere Eindrücke aus Museum, Stadt und Natur kreativ festhalten.

Lernort Stutthof: Hinsehen, verstehen, Verantwortung übernehmen
Ein stiller und schwerer Höhepunkt war der Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Stutthof. Dort lernten wir über die deutschen Verbrechen an der polnischen Bevölkerung im Raum Danzig und über Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Viele von uns waren nachdenklich und bewegt. Die Führung und die Gespräche danach halfen, einzuordnen: Erinnerung ist nicht Vergangenheit „abhaken“, sondern Auftrag für Gegenwart und Zukunft – gegen Antisemitismus, Rassismus und jede Form von Menschenfeindlichkeit.
Zehn Jahre Partnerschaft – und es fühlt sich nach Zukunft an
Zum Jubiläum mit unserer Partnerschule, dem Liceum Sztuk Plastycznych w Rypinie, wurde natürlich auch gefeiert. Ein besonderer Dank gilt Frau Malgorzata Szablewska, die auf polnischer Seite seit zehn Jahren die Organisation übernimmt und mit viel Engagement alles möglich gemacht hat. Man spürte, wie sehr die Begegnungen über die Jahre Vertrauen geschaffen haben. Aus Austausch wird Freundschaft – und aus Freundschaft entsteht Motivation, die eigene Perspektive zu erweitern. Auch diese Jubiläumsausgabe unseres Programms wurde gefördert durch das Deutsch-Polnische Jugendwerk (DPJW).

Wir sagen dziękuję und danke an alle, die diesen Austausch möglich gemacht haben und freuen uns schon auf das nächste Kapitel dieser besonderen Partnerschaft!


Bilder und Text: NHU