"Töne gegen das Schweigen"

Zwei intensive Projektwochen führten Schülerinnen und Schüler des Börde-Berufskollegs und des Hubertus-Schwartz-Berufskollegs an historische Lernorte und in musikalische Workshops. Im Projekt „Töne gegen das Schweigen“ setzten sie sich mit Erinnerungskultur, Demokratie und Antisemitismus auseinander und entwickelten daraus eigene Songs, Texte und Plakate.

Erste Projektwoche in Erfurt: Geschichte entdecken und Musik kennenlernen
Zunächst fand die erste Projektphase vom 07. bis 14.07.2026 in Erfurt statt. Die Schülerinnen und Schüler besuchten historische Lern- und Erinnerungsorte wie die Alte Synagoge, nahmen an einer Stadtführung aus jüdischer Perspektive teil und setzten sich im Erinnerungsort Topf & Söhne mit der Geschichte und Verantwortung des Unternehmens im Nationalsozialismus auseinander. Ein weiterer Schwerpunkt war der Besuch der Gedenkstätte KZ Buchenwald. Außerdem lernten sie die Erfurter Band The String Company kennen, mit der sie im weiteren Verlauf des Projekts musikalisch zusammenarbeiteten.

Gedenkstätte Wewelsburg mit KZ Niedernhagen
Den Auftakt der zweiten Projektphase bildete am Samstag, 18.07.2026, der Besuch der Gedenkstätte Wewelsburg. Bei einer Führung durch die Dauerausstellung „Ideologie und Terror der SS“ erhielt die Projektgruppe Einblicke in die Geschichte und Ideologie der SS und deren Bedeutung für die nationalsozialistische Gewalt- und Verfolgungspolitik.

Im Anschluss bot sich eine besondere Gelegenheit: Der nahegelegene GedenkOrt KZ Niedernhagen konnte in seiner neu gestalteten Form besucht werden. Ein Film sowie Tablet-Audios an den historischen Schauplätzen ermöglichten eine individuelle und zugleich anschauliche Auseinandersetzung mit der Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers Niedernhagen in Wewelsburg. Die Eindrücke dieses Tages bildeten einen weiteren wichtigen Ausgangspunkt für die anschließende kreative Arbeit.

Geschichte wird zu Musik
In der darauffolgenden Projektwoche am Börde-Berufskolleg wurde gemeinsam mit der fünfköpfigen Erfurter Band The String Company musikalisch weitergearbeitet. Die Schülerinnen und Schüler beider Soester Berufskollegs setzten sich – trotz bereits begonnener Sommerferien – mit außergewöhnlichem Engagement und großer Motivation mit den Themen und Eindrücken der vergangenen Projekttage auseinander.

Unter der Leitung von Marion Minkus entstanden musikalische und textliche Beiträge. Zwei Songs wurden gemeinsam erarbeitet. Hinzu kamen eigene Texte der Schülerinnen und Schüler sowie eine Plakatausstellung. Dabei ging es nicht darum, fertige Antworten zu liefern. Vielmehr sollten die Jugendlichen eigene Gedanken formulieren, Fragen stellen und sich mit der Bedeutung von Erinnerung und demokratischem Zusammenleben auseinandersetzen.

Abschluss auf der Bühne
Den Abschluss der Projektwoche bildete am Samstag, 25.07.2026, ein Konzert im Alten Schlachthof Soest. Gemeinsam mit The String Company präsentierten die Schülerinnen und Schüler ihre Songs und Texte vor dem Soester Publikum. Ergänzt wurden die Beiträge durch das abwechslungsreiche weltmusikalische Repertoire der Erfurter Band.

Der Abend war stimmungsvoll, bewegend und regte zum Nachdenken an. Besonders schön war es zu erleben, mit welchem Stolz die Jugendlichen ihre eigenen Werke auf der Bühne präsentierten. Im Anschluss lud der Projektinitiator, Michael Budde vom Kreis Soest, Abteilung Jugend, Bildung und Soziales, die Mitwirkenden und Gäste zu einem gemeinsamen Austausch und Beisammensein ein. Damit ging ein intensives Projekt zu Ende, das historische Orte mit aktuellen Fragen, persönliche Auseinandersetzung mit musikalischem Ausdruck und Erinnerung mit eigener Gestaltung verbunden hat.

Ein besonderer Dank gilt den vier begleitenden Lehrkräften Gabriele Schleiden und Dr. Matthias Conrad vom Börde-Berufskolleg sowie Katja Brinkmann und Jutta Berkemeier vom Hubertus-Schwartz-Berufskolleg. Durch ihre engagierte Begleitung und die vertrauensvolle Zusammenarbeit beider Schulen konnte das Projekt erfolgreich umgesetzt werden. Wir danken allen Beteiligten herzlich für diese gelungene interschulische Zusammenarbeit.

„Töne gegen das Schweigen“ verband tiefe historische Einblicke mit einer intensiven Auseinandersetzung über Demokratie und Antisemitismus. Die Jugendlichen erhielten Raum, ihre Eindrücke und Fragen zu reflektieren und daraus eigene Worte, Texte und Lieder zu entwickeln.
 


Text und Foto: BRJ